Das Interesse an Pflanzenkohle ist sehr groß.
Neuerdings hat dieser Stoff in vielen Bereichen des täglichen Lebens Schlagzeilen gemacht:
Wir finden Pflanzenkohle in der kosmetischen Industrie, in der Pharmazie, in der Lebensmittelbranche, in der Futtermittelindustrie, als Filtermaterial für die verschiedensten Anwendungen. Gerade hier ist festgestellt worden, dass Mikroschadstoffe in Form von Arzneimittelrückständen mithilfe von Kohle mit einem sehr hohen Wirkungsgrad aus den Abwässern entfernt werden können. Heutige Kläranlagen, ab einer gewissen Größe, müssen zukünftig mit Möglichkeiten zur Adsorption dieser Stoffe ausgestattet werden (4. Klärstufe), da immer mehr derartige Rückstände in den Abwässern zu finden sind.
Die Phantasie von einigen Lebensmittelherstellern schwingt sich mit Pflanzenkohle im Schlepptau, zu wahren Höhenflügen auf; so finden wir auf dem Lebensmittelmarkt pechschwarze Burgerbrötchen, schwarzes Mineralwasser und auch schwarzes Vanilleeis wurde bereits gesichtet. Diese Liste ließe sich noch um einiges erweitern.
Gerade die Adsorption von schädlichen Mikroorganismen wird heute in der Werbung als „detoxierend“ angepriesen, weshalb die Pflanzenkohle auch äußerlich in Form von Gesichtsmasken o.A. angewendet wird.
Da vieles in unserer Welt stark reglementiert ist, taucht natürlich auch sehr schnell die Frage auf, ob das alles rechtskonform ist.
Ist es!
Unter der Zulassungsnummer E 153 ist die Pflanzenkohle offiziell als Lebensmittelzusatz zugelassen.
Aber Legalität deutet ja nicht automatisch auf ein empfehlenswertes Produkt hin; doch genau
dieser Aspekt wird in vielen Publikationen behandelt; den wenigsten ist bewusst, dass bereits viele wissenschaftliche Abhandlungen durch nahezu alle Bereiche der Wissenschaft die Pflanzenkohle zum Thema hatten.
Beschäftigt man sich etwas genauer mit dem Aufbau der Pflanzenkohle, drängt sich die Erklärung für die Eigenschaften der Kohle nahezu auf.
Wir finden Abhandlungen betreffend der Wasserspeicherung und der Bodenverbesserung bei einer Einarbeitung von Pflanzenkohle in den Boden (Lehmann 2009, Glaser 2001, Pichler 2010) und wir finden Hinweise darauf, dass unter dem Einsatz der Pflanzenkohle die Bildung von Bodenmikroorganismen forciert wird (Thies 2009, Steinbeiss 2009).
Eine verbesserte Bodendurchlüftung, die Adsorption und damit die Immobilisierung von schädlichen Schwermetallen im Boden (Hibler 2009, Smernik 2009) oder eine Reduktion der Methan- und Lachgasemission (van Zieten, Kamman 2010) sind nur einige der Wirkungen der Pflanzenkohle in ihrer bodenbezogenen Anwendung.