Wer kennt es nicht!
Bei Reisen in warme Länder mit nicht ganz sicheren hygienischen Verhältnissen war früher die Kohle ein gutes Mittel, um „Montezumas Rache“ wirksam zu bekämpfen.
Diese unliebsame Durchfallerkrankung wird durch Mikroorganismen bzw. deren Toxine ausgelöst, doch nach der Einnahme von Kohletabletten kann dieses gesundheitliche Problem oft schnell gelindert werden.
Bedingt durch die Oberflächenbeschaffenheit der Kohle ist sie dazu in der Lage, diese durch die Mikroorganismen gebildeten Toxine im Darm zu adsorbieren und auf normalem Weg wieder auszuscheiden.
Das gleiche Prinzip wird mehr und mehr in die Tierhaltung übertragen.

Aber warum?
Weltweit wächst der Bedarf an Futtermittel ständig. Da der überwiegende Teil des Futters pflanzlichen und natürlichen Ursprungs ist, ist die Herstellung von Einflüssen der Natur und des Menschen abhängig.
Nicht nur der Einsatz von chemischen Mitteln zum Pflanzenschutz, auch die natürlichen Bedingungen beim Aufwuchs der Pflanzen haben Einfluss auf die Qualität der Produkte.
Immer wieder werden Stoffe wie z.B. Glyphosat oder Mykotoxine im Futter nachgewiesen.
Diese Substanzen sind dazu in der Lage, die Gesundheit der Tiere negativ zu beeinflussen.
Der steigende Bedarf sowie sich verändernden meteorologischen Bedingungen führen dazu, dass mehr Schadstoffe in den Futtermitteln nachzuweisen sind.
So hat die Organisation für Ernährung und Landwirtschaft der Vereinten
Nationen, FAO, geschätzt, dass ca. 25 % des gesamten Erntegutes der Welt jedes Jahr durch
Mykotoxine verunreinigt werden (CAST, Council for Agricultural Science and Technology,1989).
Die Richtigkeit dieser Quelle vorausgesetzt ist also damit zu rechnen, dass die Tiere zur Herstellung von Lebensmitteln häufig mit derartigen Stoffen belastet werden.
Das Wirkspektrum der Mykotoxine ist sehr breit gefächert und auch für den Tierarzt nur sehr schwer zu erkennen.
So können Verdauungsstörungen Durchfall, Erbrechen, Eindruck von Unterernährung,
Übersäuerung, Aborte, Unfruchtbarkeit, Mastdarmvorfall, Brunststörungen, Atemwegserkrankungen
Leberschäden (Lungenödem), unregelmäßiger Herzschlag, Augenzittern, stumpfes Fell,
abnormales Gefieder, geringere Futteraufnahme, steigende Zellzahlen, kannibalistische Einflüsse, reduziertes Immunsystem usw. auf eine Belastung mit Mycotoxinen hindeuten.
Schon Hippokrates soll den Ausspruch: „Der Tod sitzt im Darm“ gemacht haben.
Da der Magen- und Darmtrakt die Stationen der Nahrungsaufnahme sind, in der die Stoffe aufgeschlossen und an den Körper abgegeben werden, ist es wichtig Schadstoffe dort abzuführen, bevor sie ihre schädigende Wirkung entfalten können.
Dem Futter beigemischte Pflanzenkohle ist dazu in der Lage, diese Schadstoffe zu adsorbieren und auf dem normalen Weg aus dem Körper herauszuschleusen, bevor sie an diesen abgegeben werden.

Der Einsatz von Pflanzenkohle in der Fütterung allgemein
Holzkohle ist sowohl bei Menschen als auch bei Haustieren eines der ältesten Hausmittel gegen Verdauungsstörungen (Cato, 1935). Neben Kräutern und Tonerde wurde Holzkohle von Tierhaltern fast aller Kulturen für die Behandlung sämtlicher innerer und einiger äußerer Krankheiten ihrer Tiere verwendet. Aus zahlreichen Veröffentlichungen geht hervor, dass zumindest Ausgangs des 19. Jahrhunderts der Einsatz von Pflanzenkohle als sehr positiv beschrieben wurde. Bereits ab Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die positive Wirkung der Pflanzenkohle auf den Organismus von zahlreichen Wissenschaftlern und Tierärzten umfassend untersucht und beschrieben.
1914 wurde die adsorbierende Wirkung der Kohle für verschiedene Toxine im Verdauungstrakt beschrieben. Erste sehr positive Versuche zur Adsorption von bakteriellen Toxinen (Clostridium tetani, Clostridium botulinum und Diphterie-Toxinen) wurden durchgeführt. Prof. Dr. Fritz Haring (Ernst-August-Universität Göttingen, Fachgebiet Tierzucht und Fütterungslehre, 1936) empfiehlt den Holzkohleeinsatz in der Rinderfütterung.

Prof. Dr. Otto Mangold (ein deutscher Zoologe und Naturwissenschaftler) stellte die Wirkung der Holzkohle in der Tierfütterung ausführlich dar und folgerte: «Die prophylaktische und therapeutische Wirkung der Holzkohle gegen infektiöse oder durch die Art der Fütterung bedingte Durchfallerscheinungen steht fest und in diesem Sinne erscheint auch die Holzkohlebeigabe an Jungtiere als Vorbeugungsmittel zweckmäßig.»

Neuste Forschungen haben zum Ergebnis, dass nahezu alle in der Tierhaltung bekannten chemische Belastungen (insbesondere sind hier Mycotoxine wie OR, DON, Aflatoxin usw. sowie Pestizide) durch den Einsatz von Futterkohle in vivo nahezu vollständig gebunden werden können, bevor diese ihre schädigende Wirkung entfaltet haben. Bereits aufgenommene Schadstoffe können in vielen Fällen aus dem Serum wieder entfernt werden. (z.B. Graber, 2012; Mesa und Spokas, 2010; Wang., 2010, Dalvi and McGowan, 1984).
In einer 1984 veröffentlichten Dissertation: „Aktivkohle und ihre Wirkung auf Bakterien und deren Toxine“ wird die Wirkung der Pflanzenkohle auf Bakterien und deren Toxine im Darmtrakt beschrieben. (Schirrmann, 1984)

Einsatz von Pflanzenkohle bei Rindern und Milchkühen
Ein Tierarzt in Schleswig-Holstein beschäftigt sich bereits seit einigen Jahren mit der Zufütterung von Pflanzenkohle. So wurden über einen gewissen Zeitraum 21 Milchviehbetriebe mit einer durchschnittlichen Kopfzahl von 150 Milchkühen betreut.
Die Menge an verfütterter Kohle betrug bis zu 400 g Pflanzenkohle je Tier und Tag.

Nachstehende Feststellungen wurden dabei notiert:
• Allgemein verbesserter Gesundheits- und Pflegezustand
• Vitalität der Tiere steigt
• Verbesserte Eutergesundheit
• Rückläufige Zellzahlen der Milch (Unterbrechung des Pflanzenkohleeinsatzes führt zu
Zellzahlanstieg und Leistungsabfall)
• Minimierung der Klauenprobleme
• Stabilisierung der postpartalen Gesundheit
• Reduktion des Durchfallgeschehens innerhalb von 1-2 Tagen, Kot dann allg. fester
• Rückgang der Mortalitätsrate
• Zunahme der Milchinhaltsstoffe (Eiweiß und/oder Fett)
• Deutliche Verbesserung der Fließfähigkeit der Gülle bei Verringerung des Rühraufwandes
und der Schaumbildung auf der Gülleoberfläche
• Geruchsreduktion der Gülle

Der Einsatz der Kohle bei Schweinen
In verschiedenen Betrieben im Emsland wird die Pflanzenkohle bereits seit einem Jahr eingesetzt.
Futtermittelhersteller im Emsland mischen die Pflanzenkohle in ihre Futtermischungen ein und führen dieses Gemisch dann der üblichen Pelletierung zu. Aufwandmenge war bisher 4 – 5 kg je
Tonne Futtermittel.
Einige Betriebe haben die Pflanzenkohle in gleicher Konzentration selbst eingemischt.
Zeitnah einsetzende, überwiegend deutlich positive Ergebnisse waren die Folge.
In einigen Betrieben konnte der Einsatz an Antibiotika gesenkt werden. In einem Betrieb konnte auf den Einsatz von Antibiotika ganz verzichtet werden.
Darüber hinaus hat sich die Kohle positiv auf die Futterverwertung, auf das Wachstum (einheitlich) ausgewirkt und provozierte ein wesentlich ruhigeres und ausgeglichenes Verhalten der Tiere. Kannibalistische Verhaltensweisen gingen zurück bzw. konnten nicht mehr beobachtet werden.
Unabhängig von unseren Ergebnissen werden zeitgleich derartige Versuche in Serbien, in der Schweiz und in den Vereinigten Staaten durchgeführt.
Da die „GreenResources“ mit allen Versuchsteilnehmern im engen Austausch steht, können wir auf ein internationales Netzwerk zurückgreifen und einen großen Erfahrungsaustausch generieren.
Weiterhin sind offizielle Versuche in Zusammenarbeit mit den Landwirtschaftskammern in NRW, Niedersachsen und Schleswig-Holstein geplant.
Gern lassen wir unsere Kunden an den internationalen Ergebnissen teilhaben.

Einsatz der Kohle im Geflügelbereich
In der Nutzung der Pflanzenkohle im Bereich der Geflügelhaltung hat es in der jüngsten Vergangenheit vielfältige Versuche gegeben.
Wurde die Kohle auch als direktes Einstreumaterial genutzt, so hat sich die Möglichkeit des Einsatzes als Futterzusatz bewährt.
Vordergründiges Ziel ist es, die Einstreu trockener zu halten, als das bisher möglich war.
Ein weiteres Ziel des Einsatzes der Kohle ist es, die bodennahen Ammoniakemissionen zu reduzieren. Das angestrebte Ergebnis ist, die Fußballengesundheit der Tiere zu verbessern.
Gerade die Entzündung der Fußballen sind ein wichtiges Kriterium in der Bewertung der Tiergesundheit.
Erste Ergebnisse sind positiv zu bewerten; weitere Versuche zu diesem Thema müssen jedoch in der Zukunft durchgeführt werden, um weitere Anwendungsgrundlagen zu erforschen.
Einige offizielle Versuche befinden sich aktuell in der Entwicklung und Auswertung.
Außerdem sollen in der nächsten Zeit weitere Forschungsarbeiten in Zusammenarbeit mit einigen Instituten durchgeführt werden.
Die Themen hierfür sind neben der Tiergesundheit z.B. die Verbesserung der Fleischqualität und die Reduktion des Antibiotikaeinsatzes.

Einsatz der Pflanzenkohle als Beimischung zu Strohpellets
Diese Einsatzmöglichkeit befindet sich aktuell noch im Versuchsstadium. Zwar haben bereits vor längerer Zeit einige derartige Ansätze stattgefunden, dennoch werden wir dies wieder aufgreifen und- wie alle Bereiche des Einsatzes von Pflanzenkohle- auch dieses Thema wieder neu beleben.
Der Hintergrund für diese Anwendung liegt in der Eigenschaft der Pflanzenkohle, das ca. Fünffache des Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen zu können. Bedingt hierdurch besteht die Möglichkeit, anfallende Feuchtigkeit zu eliminieren. Darüber hinaus ist die Kohle aufgrund der hohen Kationenaustauschkapazität dazu in der Lage, die Ammoniakemissionen durch Adsorption zu binden.
Unser Ziel ist, die verschiedensten Nutzungsmöglichkeiten der Kohle zu beleuchten und neue Anwendungsfälle darzustellen.
Unser Wissen mündet in eine ausführliche Beratung der Anwender.

Die Kaskadennutzung:
Am Ende der Nutzung der positiven Eigenschaften der Pflanzenkohle als Futtermittelzusatz oder auch als Zusatz zum Einstreu steht die Ausscheidung der Kohle bzw. die Nutzung des Mistes als Wirtschaftsdünger. Auf diesem natürlichen Weg gelangt die Kohle letztendlich in den Boden. Auch hier entfaltet sie positive Auswirkungen auf die Qualität und somit auf die Fruchtbarkeit des Bodens:
Nun ist es eben diese positive Auswirkung der Kohle auf die Fruchtbarkeit des Bodens, die in den vergangenen Jahren immer wieder für eine hervorragende Auslobung gesorgt hat.
Unter dem Begriff „Terra Preta“ ist die Kohle als Zusatzstoff für den Boden berühmt geworden.
Längst vergangene Kulturen im Amazonasgebiet Brasiliens haben es verstanden, „Boden gut zu machen“. Der sehr unfruchtbare Boden in dieser Region brachte nicht genug Pflanzen hervor, um die damaligen Menschen zu ernähren. Organische Abfälle jeder Art wie z. B. Essensreste, Fäkalien, aber auch Holzkohlereste aus den Feuern wurden zusammengenommen und als Abfall in Tongefäße nahe den Hütten gegeben. Vermutlich ist aus diesen Gemischen infolge anaerober Vorgänge ein hochfruchtbarer Boden entstanden. Die so gefüllten Tongefäße wurden nach dem Abschluss des Prozesses zerschlagen und der Inhalt als sehr fruchtbarer Boden in der unmittelbaren Umgebung ausgebracht. Hier bildete dieser Boden die Grundlage für ein Fortbestehen der menschlichen Kulturen im Amazonasbecken.
1945 kam dann dieser Terra-Preta-Ansatz in den Niederlanden wieder zum Vorschein.
So kann auch unsere heutige Pflanzenkohle dazu beitragen, Böden zu verbessern. Die positiven Eigenschaften für die bodenbezogene Anwendung der Kohle sind z.B.:

1. Retention der Bodenfeuchtigkeit
2. Erhöhte Adsorption von Ammoniumsalzen
3. Verminderte Dispersion von Nitraten
4. Adsorption von mikrobiellen Stoffwechselprodukten
5. Kontinuierliche Abgabe der aufgenommenen Nährstoffionen
6. Belebung des makro- und mikrobiologischen Lebens im Boden

So ließen sich die Argumente pro Pflanzenkohle noch sehr viel weiter fortführen. An dieser Stelle soll jedoch keine wissenschaftliche Ausarbeitung stehen, sondern es sollen lediglich einige wichtige Begründungen für den Einsatz von Pflanzenkohle in der Tierhaltung geliefert werden.
Eine weitere Kaskadenwirkung wurde unlängst im Bereich der Biogaserzeugung festgestellt.
Eine Biogasanlage, die im Rahmen eines Mastbetriebes (Schwein) betrieben wird, welcher bereits seit 14 Monaten Pflanzenkohle zur Fütterung einsetzt, beobachtet seit dem Frühjahr einen besseren Lauf des zur Biogasanlage gehörenden Blockheizkraftwerk (BHKW).
Zwar handelt es sich hier zunächst um eine Beobachtung, würde jedoch zu den wissenschaftlichen Untersuchungen zur Verbesserung des Betriebs von Biogasanlagen durch den Einsatz von Pflanzenkohle passen.
Versuche zur Verbesserung des Betriebs von Biogasanlagen unter Zuhilfenahme von Pflanzenkohle sind bereits durch viele Hochschulen durchgeführt worden und erbrachten positive Ergebnisse.
Die Erklärungen hierfür sind einleuchtend und werden an anderer Stelle unseres Internetauftritts noch erwähnt.
„Der Einsatz von Pflanzenkohle in der Tierproduktion bietet Lösungsmöglichkeiten für die immer komplexer werdenden Probleme in der modernen Landwirtschaft, welche insbesondere dem Gewinnstreben unter Vernachlässigung der physiologischen Ansprüche der Tiere geschuldet sind“.