Wir nennen es „Biodung“

Seit mehreren Jahren beschäftigen wir uns damit, die getrockneten Gärprodukte aus Biogasanlagen zu einem sinnvollen und gartengerechten Düngemittel zu entwickeln.
Von Anfang an wollten wir mit unserem Produkt „Biodung“ ein Gegenstück zu dem ebenfalls im Markt befindlichen Rinderdung schaffen.

Mit dem Begriff „Bio“ wollen wir für unser Produkt nicht die Zuordnung nach EU Öko Verordnung 734/2007 in Anspruch nehmen.
Wir wollen lediglich darauf hinweisen, dass dieser Dünger einem rein biologischen Prozess
entstammt und keinerlei chemische Zusätze enthält.
Es handelt sich um Produkte, die aus der Gewinnung regenerativer Energie resultieren.

Wirtschaftsdünger aus der Landwirtschaft in Form von Stalldung und Pflanzenmaterial werden in
einem Fermentationsprozess durch bestimmte Mikroorganismen zersetzt.
Hierbei werden lange Molekülstrukturen der Ausgangsstoffe mikrobiologisch zu kleineren Molekülen verarbeitet. Diese Phase der Fermentation wird als die Hydrolyse bezeichnet.
Im weiteren Verlauf entstehen organische Säuren und Alkohole (Milchsäure, Buttersäure, Propionsäure, Essigsäure, sowie niedrige Alkohole). Dieser Schritt in der Fermentation ist die Acidogenese. War in diesen Prozessstufen noch Sauerstoff in dem Gemisch enthalten, so nimmt jetzt dieser Gehalt an Luftsauerstoff deutlich ab.
Die folgende Acetogenese, die Phase, in der überwiegend Essigsäure gebildet wird, verläuft in einem rein anaeroben Umfeld.
Auch im letzten Schritt dieser Fermentation darf kein Sauerstoff mehr vorhanden sein. Hier wird die entstandene Essigsäure zu Methan, Wasserstoff und Kohlendioxid umgesetzt. Dieser mikrobiologische Prozess, der in der letzten Phase durch die Archaeen dominiert wird, ist die Grundlage für unseren Biodung.
Diese Archaeen sind wohl die ältesten Lebewesen auf der Erde und wahrscheinlich die Grundlage des Lebens. Sie sind überaus anpassungsfähig und kommen sowohl in heißen Quellen als auch im stark sauren Milieu vor.
Untersuchungen haben ergeben, dass in Böden zum Teil eine 3000- fach höhere Konzentration an Archaeen als an Bakterien vorhanden ist (Prof. Chr. Schleper). Es ist erwiesen, dass gerade diese Mikroorganismen bei der Stickstoffumsetzung im Boden eine sehr wichtige Rolle spielen.
Aufgrund dieser Tatsachen ist leicht zu erkennen, dass unser Biodung, der durch einen Stoffwechselprozess dieser alten Lebensform entstanden ist, sehr reich an derartigen Mikroorganismen ist.
Diese Mikroorganismen sind es, die für jeden Boden eine wichtige Rolle spielen und durch Biodung immer wieder zugeführt werden.

Mit Werten von 3,5 – 3,5 – 6,5 (N-P-K in %) liegen die Nährstoffgehalte im „Biodung“ deutlich über denen des Rinderdungs.

Diese Nährstoffe sind bei Biodung in der organischen Masse gebunden. Erst durch die Zersetzung dieser organischen Masse werden die Nährstoffe freigesetzt und stehen erst dann den Pflanzen zur Verfügung.
Dieser mikrobiologische Prozess verläuft langsam; dies hat zur Folge, dass auch die Freisetzung der Nährstoffe sehr langsam verläuft. Damit ergibt sich der Vorteil, dass diese Nährsalze nicht durch Niederschläge ausgewaschen werden können; sie stehen den Pflanzen zu 100% zur Verfügung.
Im Rahmen von speziell dafür konzipierten Versuchen (Brutversuch) konnten wir den Nachweis hierfür erbringen.

Anders bei den mineralischen Düngern: Diese Nährsalze sind leicht löslich und können von den Pflanzen nicht so schnell aufgenommen werden. Eine Ausspülung in die Gewässer ist die Folge.
Das ist ein Grund dafür, dass der Biodung ein sehr großes Potential für die Nachhaltigkeit aufweist (Schutz der Gewässer).