Gerade in der Tiermedizin und der Anwendung der Kohle als Einzelfuttermittel macht diese heute Schlagzeilen.
Und scheinbar zurecht. Einige Tierärzte greifen heute sogar bei offenen Wunden zur Kohle, die in Wasser aufgeschlämmt und so aufgetragen wird.
Und dieses Vorgehen ist keinesfalls ein Phänomen der Neuzeit; wir können einige Beispiele aus vergangenen Zeitaltern zurate ziehen, die heute nicht weniger gültig sind als damals.
Ernst Mangold (1891 – 1962), ein anerkannter Zoologe und Ernährungsphysiologe kam zu dem Schluss:
„Die prophylaktische und therapeutische Wirkung der Holzkohle gegen infektiöse oder durch die Art der Fütterung bedingte Durchfallerscheinung steht fest und in diesem Sinne erscheint auch die Holzkohlebeigabe bei Jungtieren als Vorbeugemittel zweckmäßig“.
Ein weiteres Zitat aus dem Jahr 1906 soll den Wert der Pflanzenkohle Beimischung unterstreichen.
In einem 1906 erschienenen Lehrbuch über Tierhaltung wurde angemerkt:
„Schweine scheinen geradezu süchtig nach ‚unnatürlichen Substanzen’“. Dies trifft insbesondere auf Sauen zu, die in engen Ställen gehalten werden. Sie fressen geradezu gierig solche Dinge wie Holzkohle, Asche, Braunkohle, fauliges Holz, usw. Wahrscheinlich sind einige dieser Substanzen nicht sonderlich gut für Schweine, aber es besteht kein Zweifel, dass Holzkohle und Holzasche positive Wirkungen zeigten und zur Beruhigung der Schweine beitrugen“ (Day, 1906).
Derartige Beobachtungen sind vergleichbar mit denen der heutigen Zeit.
In einigen Betrieben in denen Pflanzenkohle verfüttert wird wurde beobachtet, dass die noch saugenden Ferkel begierig das mit Kohle versetzte Futter gefressen haben, während unbehandeltes Futter verweigert worden ist.
Dieses Verhalten deckt sich mit den Beobachtungen von Wildtieren, die nach Waldbränden immer wieder beim Abnagen verkohlter Bäume beobachtet werden.
Weitere Belege für den sinnvollen Einsatz von Pflanzenkohle in der Tierernährung werden wir im Rahmen von Fütterungsprotokollen und Berichten aus aktuellen Forschungen, hier auf unserer Website, liefern. Ein weiteres Zitat aus dem Jahr 1906 soll den Wert der Pflanzenkohle Beimischung unterstreichen.
Die wahrscheinlich älteste Empfehlung zur Nutzung der Pflanzenkohle in der Tierernährung geht wohl auf „Cato den Älteren“, einen römischen Feldherrn weit vor Christus zurück. Der empfahl in seinem „Buch über Landwirtschaft“ den Einsatz von Kohle für die Fütterung von Rindern.
Die Anwendung der Pflanzenkohle lässt sich sehr weit- bis wenigstens in die Jungsteinzeit- zurückverfolgen. Höhlenmalereien, ebenso wie die Tattoos von Ötzi und auch die Axt, die er bei sich trug, wurden mithilfe von Pflanzenkohle und Birkenpech hergestellt.
Wir können also festhalten, dass Pflanzenkohle stets einen bestimmten Wert bei den Menschen hatte, ob für Tierhaltung oder Eigennutzung; doch welchen Nutzen bringt sie uns heute?
In der heutigen Zeit nutzen wir mehr die detoxierende Wirkung der Kohle, wenn zum Beispiel Montezumas Rache den Urlaub in südlichen Ländern verdirbt. Jedoch kommt Pflanzenkohle auch bei schweren Vergiftungen zum Einsatz. Sie ist zwar kein Medikament, aber dennoch hoch wirksam; dazu scheint sie sogar frei von Nebenwirkungen zu sein.
In einigen Betrachtungen zu diesem Thema scheint sogar das Gegenteil der Fall zu sein:
Ein Test an Ratten hat ergeben, dass sich bei oraler Behandlung mit Pflanzenkohle nach dem Erreichen von ca. 75% der Lebenserwartung der Tiere, diese um 34% verlängerte (Frolkis et al. 1984).
Mit diesen Informationen ist die Pflanzenkohle also ein zuverlässiger Partner, der
bei geschichtlicher wie auch wissenschaftlicher Prüfung immer wieder seine Stärken
in allen erdenklichen Feldern zeigt, ein klassisches Allround-Talent.